BIO
Irena Dousková wurde 1964 in Příbram in eine Schauspielfamilie geboren. Seit 1976 lebt sie in Prag, wo sie zuerst das Gymnasium und zuletzt die juristische Fakultät der Karls-Universität absolvierte. Den Rechtsberuf übte sie jedoch nie aus. Sie arbeitete in verschiedenen Anstellungen, die meist in irgendeiner Weise mit journalistischer Tätigkeit zu tun hatten. Seit einigen Jahren ist sie freischaffende Schriftstellerin.

BIBLIOGRAFIE:
Das Prager Wunder (gemeinsam mit anderen Autoren, 1992)
Goldstein schreibt seiner Tochter (1997, 2006)
Der tapfere Bella Tschau (1998, 2002 – deutsche Übersetzung 2006)
Einer mit dem Messer (2000)
Doktor Kott grübelt nach (2002)
Warum ist diese Nacht so anders? (2004)
Onegin war Russe (2006)
Über weiße Elefanten (2008)
Ohne Käppchen (2009)
Schlag (2011)
Bärentanz (2014)
Halb in der Luft (2016)

DRAMATISIERUNGEN:
Der tapfere Bella Tschau (2003)
Onegin war Russe (2008)
Schlag (2012)

BÜCHER
Napůl ve vzduchu / Halb in der Luft
Der zweite eigenständige Gedichtband von Irena Dousková ist kraftvoll. Wodurch? Durch seine kondensierte Melancholie, seine lapidare Bildhaftigkeit, durch die sprachlich aufregende Suche in den Ritzen des persönlichen und kollektiven Gedächtnisses und das genau dosierte Verhältnis von rationalem und intuitivem Schreiben: „Von allen Seiten zieht es / Er ging auf ein Bier / Die Hunde bellen / Die alte Jungfrau geht weiter“
Milan Ohnisko
Erscheinungsjahr: 2016
Taschenbuch
Preis: 179 Kč
Format: 12×18 cm
Illustrationen: Karolína Kotrba
Grafik: Bedřich Vémola
56 Seiten
ISBN: 978–80–807227–376–8

Medvědí tanec / Bärentanz
Diese Prosa gehört zur subtileren nichtautobiograp­hischen Linie im Schaffen der Autorin. Bewundernswert ist schon das Sujet selbst: die letzten Monate des kranken Jaroslav Hašek im Dorf Lipnice. Bärentanz ist jedoch nicht nur eine Geschichte, sondern auch ein reichhaltig strukturiertes Porträt der damaligen Zeit.
Wir schreiben das Jahr 1922 und finden uns auf dem Land wieder, in einer Welt, wohin sich Hašek zurückzog, um sein Lebenswerk zu schreiben. Švejk wird zwar ein paar Mal erwähnt, doch das ist auch schon alles. Dousková hat keinen biografischen Roman über einen Schriftsteller geschrieben, der erst nach seinem Tod Weltruhm erlangte. Weit mehr interessiert sie die existentielle Situation, das Verlöschen der Kräfte eines Mannes, der sich sein Leben Lang heldenhaft amüsierte, der provozierte und noch dazu mit Witz darüber erzählen und schreiben konnte.
In Lipnice schleppt sich der bereits berühmte Fußgänger mit seinen angeschwollenen Beinen gerade noch ins Gasthaus. Immer noch steckt in ihm der frühere Skandalautor, jedoch ist die Dorfgemeinschaft von Lipnice schon sein letzten Gegner.
Die starke Seite des Romans macht die bedrückende Atmosphäre des bevorstehenden Endes aus: draußen gießt es wie aus Eimern, der heulende Kamin vertreibt erfolglos die eindringende herbstliche Kälte. Hašek schreibt immer noch Verse für seine Freunde, ein Skandalstück für einheimische Amateurschauspi­eler, doch in der Mitte der traumlosen Nacht trägt sein Gesicht den Ausdruck eines erschrockenen Kindes, wie seine Frau Šura bemerkt, die sich um den sterbenden Alkoholiker kümmert…
Richard Erml
Erscheinungsjahr: 2014
Hardcover mit Umschlag
Preis: 299 Kč
Format: 13×18 cm
Grafik: Bedřich Vémola
Foto: Igor Malijevský
296 Seiten
ISBN: 978–80–7227–346–1

Darda / Schlag
Nach den Bestsellern Der tapfere Bella Tschau (der auch als Theaterstück mit der ausgezeichneten Barbora Hrzáková in der Hauptrolle Berühmtheit erlangte) und Onegin war Russe (als Theaterstück in der Regie von Jana Borna) schließt Schlag die Romantrilogie ab.
Die Zeit hat den eisernen Vorhang heruntergerissen, und so ist aus der Schülerin und in der Realität des Husák-Regimes aufgewachsenen Gymnasiastin eine verheiratete Frau und Mutter von zwei Kindern geworden. Obwohl sich die Kulissen der Zeit gewandelt haben, sieht es merkwürdigerweise nicht danach aus, dass die Welt eine bessere geworden ist. An die Stelle der Krise der Normalisierung ist nun die Midlife-Crisis getreten. Und wenn schon Krise, dann eine richtige: so folgt ein Schicksalsschlag nach dem anderen.
Diese tragikomische Geschichte spielt diesmal in unserer Zeit. Auch diesem Roman fehlt es nicht an der vermeintlichen Leichtigkeit des Erzählstils, an Wortwitz und Situationskomik. Nichtsdestotrotz gilt in diesem Fall mehr als woanders, dass einem beim Lesen das Lachen im Hals stecken bleibt.
Erscheinungsjahr: 2011
Illustration: Lucie Lomová
200 Seiten
ISBN: 978–80–7227–314–0

Bez Karkulky / Ohne Käppchen
Dem Vers Ich würde nicht die dreizehnte Kammer betreten zum Trotz, scheint es, dass Irena Dousková gerade in dieser Kammer ihren Gedichtband Ohne Käppchen geschrieben hat. Obgleich es den Gedichten nicht an Witz und Leichtigkeit fehlt, beben sie vor permanenter Enge einer gewissermaßen grausamen Welt, in die wir ungefragt geworfen und aus der wir zu guter Letzt wieder ausgeworfen werden – Gott allein weiß wohl, wohin. Dabei handelt es sich nicht nur um eine Enge, die sich selbst im Blick hat, sondern auch um eine mitfühlende: Immer wieder kehre ich zum Nullpunkt zurück / Der Nullpunkt / ist minus sechs Millionen.
Dousková ist jedoch eine Lyrikerin der Hoffnung: Wenngleich oftmals alles verloren scheint, wenn nicht gar verdammt, so hör ich nicht zu beten auf .
Milan Ohnisko
Erscheinungsjahr: 2009
Illustrationen: Lucie Lomová unter Verwendung von Bildern eines unbekannten Künstlers
Grafik: Bedřich Vémola
ISBN: 978–80–7227–287–7

O bílých slonech / Über weiße Elefanten
Prosa in feiner balladesker Stimmung, die gleichsam ein Gefühl flimmernder Luft über erhitztem Asphalt hervorruft. Die Handlung spielt in den 1970er Jahren in einer Gemeinde in der Nähe der Kleinstadt Beroun.
Innerhalb einer Woche erfüllt sich in kürzeren, miteinander verbundenen Teilen der bekannte Abzählreim Glück, Unglück, Liebe, Ehe, Jungfrau, Wiege, Gräfin, Tod.
Umschlaggestaltung und Illustrationen: Lucie Lomová.
Erscheinungsjahr: 2008
Grafik: Lucie Lomová, Bedřich Vémola (Satz)
ISBN 978–80–7227–276–1

Goldstein píše dceři / Goldstein schreibt seiner Tochter
Neue Ausgabe im Verlag Petrov mit Umschlaggestaltung und Illustrationen von Lucie Lomová.
Erscheinungsjahr: 2006
166 Seiten
Grafik: Lucie Lomová und Bedřich Vémola
ISBN 80–7227–253–5
Oněgin byl Rusák / Onegin war Russe
Das Buch knüpft lose an den Roman Der tapfere Bella Tschau an. Wieder treffen wir auf die Heldin Helena Součková, jetzt bereits Schülerin der letzten Klasse eines Gymnasiums. Ein Buch, das ähnlich wie Der tapfere Bella Tschau die seltsam aschfarbige Zeit der Normalisierung unter dem Husák-Regime einfängt. Einerseits ist es eine autobiographisch gefärbte persönliche Geschichte, andererseits ein tragikomisches Mosaik der Zeit, die auch aus der zeitlichen Distanz nichts von ihrer Ungeheuerlichkeit verloren hat. Das missgestaltete, morsche Absurdistan der ČSSR tritt hier (eher nebenbei, dadurch jedoch umso überzeugender) in all seiner Armseligkeit und Nacktheit auf.
Erscheinungsjahr: 2006
260 Seiten
Umschlaggestaltung: Lucie Lomová
Grafik: Bedřich Vémola
ISBN 80–7227–244–6

Čím se liší tato noc / Warum ist diese Nach so anders?
Der Erzählband Warum ist diese Nach so anders? besteht aus neun balladesk gefärbten Geschichten. Obwohl diese sich innerhalb einer ungewöhnlich langen Zeitspanne abspielen – vom Anbruch unserer Zeitrechnung bis in die 1970er Jahre – sind sie konsequent zu einem einzigen Ganzen zusammengefügt. Der Umschlag wurde von Lucie Lomová gestaltet.
Was den Schlussstein des Gewölbes dieser Komposition von Erzählungen darstellt, verrät das Eingangszitat aus Julius Zeyers Roman Jan Maria Plojhar: „Ich kenne sie: sie ist nicht böse, doch Menschen von durchschnittlicher Güte können äußerst hart sein.“
Erscheinungsjahr: 2004
108 Seiten
ISBN 80–7227–188–1

Hrdý Budžes / Der tapfere Bella Tschau
Zweite Ausgabe, diesmal bereits im Verlag Petrov erschienen, mit Umschlaggestaltung von Lucie Lomová. Im selben Jahr wurde das Buch dramatisiert und im Theater Příbram mit Barbora Hrzánová in der Hauptrolle uraufgeführt.
Erscheinungsjahr: 2002
168 Seiten
2. Auflage (1. Auflage im Verlag Petrov)
ISBN 80–7227–132–6

Doktor Kott přemítá / Doktor Kott grübelt nach
Der Erzählband über die Unvollkommenheit zwischenmenschlicher Beziehungen setzt sich aus zwölf eigenständigen Texten zusammen und erinnert auf diese Weise an eine Art Jahreskalender vor allem zum Thema Partnerschaft, Ehe und Familie. Douskovás erstes Buch, das vom Verlag Petrov herausgegeben wurde.
Umschlagillus­tration: Ivana Lomová
Erscheinungsjahr: 2002
174 Seiten
ISBN 80–7227–122–9

Někdo s nožem / Einer mit dem Messer
Die Geschichte einer jungen Frau, die in einer nach außen hin intakten Ehe eine tiefe Krise durchlebt. Ihr Leben beschreibt sie in Tagebucheinträgen, die den Aufzeichnungen eines Schiffbrüchigen auf einer einsamen Insel nicht unähnlich sind.
Hynek, 2000
ISBN: 80–86202–71–2

Hrdý Budžes / Der tapfere Bella Tschau
Durch die ersten Jahre der Normalisierung unter dem Husák-Regime, wie sie sich in einer Reihe komischer sowie weniger lustiger Begebenheiten und Situationen auf das Leben von Kindern und Erwachsenen in einer Bezirksstadt auswirkt, führt uns die Schülerin der zweiten Klasse der Grundschule von Ničín Helena Součková.
Erstausgabe des Verlags Hynek. Die zweite Herausgabe des Buches erfolgte durch den Verlag Petrov in Zusammenhang mit seiner Dramatisierung für das Theater Příbram.
Hynek, 1998
ISBN: 80–86202–07–0

Goldstein píše dceři / Goldstein schreibt seiner Tochter
Die subtile Geschichte einer väterlichen Liebe und Selbstliebe, die Ende der 1980er, Anfang der 1990er spielt, ist Douskovás Prosadebüt. In Briefen, die ein alternder Filmregisseur aus Israel seiner erwachsenen Tochter nach Prag schickt, werden schrittweise die entscheidenden Wendepunkte seines Lebens in Tschechien wie in seiner neuen Heimat und die Widersprüchlichkeit einer verspätet aufgenommenen, unerfüllten Beziehung freigelegt.
Die zweite Herausgabe erfolgte im Jahr 2006 durch den Verlag Petrov.
Melantrich, 1997
ISBN: 80–7023–254–4

Pražský zázrak / Das Prager Wunder
Gedichtband, herausgegeben gemeinsam mit L. Lomová, J. Reinisch und P. Ulrych.
Verlag Pražská imaginace, März 1992
ISBN 80–7110–066–8
Illustrationen: Lucie Lomová

ERZÄHLBÄNDE UNTERSCHIEDLICHER AUTOREN
An folgenden Erzählbänden verschiedener Autoren – erschienen im Verlag Listen – war Irena Dousková beteiligt:

Šťastné a veselé 2 / Glücklich und fröhlich 2
Fortsetzung eines Erzählbandes zum Thema Weihnachten (Autoren: Halina Pawlovská, Petr Šabach, Irena Obermannová, Jaroslav Rudiš, Irena Dousková, Ivan Kraus, Pavel Brycz, Jiří Hájíček, Daniela Fischerová und Věra Nosková).
Ženy vidí za roh / Frauen sehen um die Ecke
Erzählungen über Beziehungen, Gefühle, Probleme und Träume von Frauen, von denen jedoch nicht alle, wie man so sagt, um die Ecke sehen. Sie wehren sich gegen Ehe- und Partnerschaftsste­reotype, versuchen diese mit etwas Neuem zu beleben, suchen – manchmal vergeblich – ihren Weg zum Glück (Autoren: Ivan Klíma, Daniela Fischerová, Věra Nosková, Irena Dousková, Irena Obermannová, Hana Andronikova, Halina Pawlowská).

Povídky o ženách / Erzählungen über Frauen
Erzählungen, deren Helden vor allem Frauen sind und deren Thema Liebe und andere zwischenmenschliche Beziehungen ist (Autoren: Pawlovská, Viewegh, Šabach, Dousková, Kantůrková, Pekárková, Fischerová, Nosková, Hauserová, Walló, Koubská).

Možná mi porozumíš / Vielleicht verstehst du mich
Eine Sammlung von Erzählungen tschechischer Autoren zum Thema Konflikte und – auf der anderen Seite – Verständigung zwischen Helden verschiedener Generationen (Autoren: Petr Šabach, Michal Viewegh, Ivan Klíma, Viola Fischerová, Miloš Urban, Irena Dousková, Marta Gärtnerová, Zdeněk Jizera Vonásek, Eda Kriesová, Ivan Binar und Iva Pekárková).

Dámská jízda / Damenfahrt
Das Zusammensein und die gemeinsamen Erlebnisse von Frauen in unterschiedlicher Gestalt ist das Thema eines weiteren Bandes der Edition Die tschechische Erzählung (Autorinnen: Petra Soukupová, Irena Dousková, Hana Lasicová, Irena Hejdová, Eva Hauserová, Bianca Bellová, Dora Čechová und Markéta Pilátová).
Nakladatelství Listen
Erscheinungsjahr: 2015, 2008, 2009, 2007, 2004
ISBN: 978–80–86526–89–8, 978–80–86526–36–2, 978–80–86526–416, 978–80–86526–30–0, 80–86526–11–9

THEATER
Hrdý Budžes / Der tapfere Bella Tschau

Im Jahre 2003 entstand nach dem Roman Der tapfere Bella Tschau die gleichnamige Inszenierung im Antonín Dvořák Theater Příbram. Der Text wurde von der Autorin selbst dramatisiert, die Hauptrolle übernahm Bára Hrzánová, Regie führte Jiří Schmied.
Bára Hrzánová erhielt für ihre ausgezeichnete Leistung den Thalia-Preis. Die Vorstellung wurde ein derartiger Publikumserfolg, dass es bis heute in ganz Tschechien aufgeführt wird; auch das bekannte Prager Theater Divadlo bez zábradlí nahm es in sein Repertoire auf. Die Anzahl der Reprisen hat bereits 700 überschritten.

PRESSESTIMMEN:
Eine Erinnerung an eine vergangene Zeit, die die Autorin der Novelle und der Dramatisierung Irena Dousková mit Ironie und Naivität aufgezeichnet hat. Auf die Jahre der Normalisierung unter dem Husák-Regime blickt sie aus den Augen eines 8-jährigen Mädchens zurück. Es ist ein zauberhafter kindlicher Blick, bei dem selbst das Schrecklichste nicht mehr ganz so schlimm ist und der Glaube noch nicht zu einem leeren Begriff geworden ist. Die bedrückende Atmosphäre der Zeit wird aufgelockert, jedoch nicht simplifiziert. Erinnern Sie sich? Die Bratislaver Lyra, die Spartakiaden, die JZD, die Jiskřičky, die Kaderurteile. Die Inszenierung erinnert Sie an die ganze Absurdität des totalitären Systems. Dem Stück fehlt es weder an Lachen noch an Weinen, sie spüren einen Stich in der Seele und dabei haben Sie immer noch ein Lächeln auf den Lippen.
Die kleine Helena steht im Mittelpunkt des Stücks. Auf den Schultern von Barbora Hrzánová liegt also die gesamte Last der Inszenierung. Die Schauspielerin trägt sie jedoch mit der gleichen Leichtigkeit auf dem Rücken wie ihre Schultasche. Ob in Gummistiefeln, im schief zugeknöpften Mantel oder mit der Mütze auf dem Kopf – immer sieht sie wie ein polnischer Jude aus. Ihre Komik beschränkt sich nicht auf schreckliche Grimassen. Ihr gelingt es, die kindliche Arglosigkeit, Naivität und Weisheit zu spielen, mit der Kinder instinktiv „den Nagel des Problems auf den Kopf treffen“. Es ist kein infantiles Mädchen, wie es oft von Schauspielern dargestellt wird, wenn sie versuchen ein Bild der kindlichen Seele einzufangen. Sie leugnet nicht die Ironie und den distanzierten Blick eines Erwachsenen in sich.
(Kultura-příspěvek, Und bleib tapfer! Jana Dlouhá)

Die kleine Helena Součková in ihrer Darstellung durch Barbora Hrzanová ist wirklich ein sehr dankbarer „Fratz“. Sie hat eine äußerst seltsame Eigenschaft: sie unterscheidet sich von den anderen durch eine eigenwillige Sicht auf die Welt. …
… Wie ist diese Helena der Barbora eigentlich? Hrzanová verleiht ihr den physiognomisch unverfälschten Ausdruck eines intellektuellen Mädels. Ihr gelingt es einfach vollkommen, das schnelle Tempo des Geplappers zu halten, in einer dramatischen Pause innezuhalten, die Stimme zu einem großen Staunen zu dehnen, jegliches Geheimnis ihres Lebens zu unterstreichen, bis zu einem gefühlvollen Weinen zu gelangen, wenn sie Enttäuschungen ihres Lebens durchlebt.
(Časopis-scéna.cz, Geheimnisse aus dem Leben eines achtjährigen Mädchens – Barborá Hrzánová als dankbarer „Fratz“)

Regie J. Schmiedt
Premiere: 7. November 2002
Helena Součková: Barbora Hrzánová
Frau: Jarmila Vlčková / Marcela Šiková
Mann: Libor Jeník

Oněgin byl Rusák / Onegin war Russe

Im Jahre 2007 dramatisierte Irena Dousková in Zusammenarbeit mit dem Regisseur Jan Borna ihren Roman Onegin war Russe. Die Premiere erfolgte am 19 Januar 2008 im Prager Theater Divadle v Dlouhé. Im Unterschied zum kammerspielartigen Charakter von Der tapfere Bella Tschau (für drei Schauspieler) war an der Vorstellung des Onegin beinahe das gesamte Ensemble des Theaters beteiligt. Die Atmosphäre der frühen 1980er Jahre wird unter anderem von einer Reihe von Liedern dieser Zeit erzeugt, derer sich die Schauspieler und Musiker des Theaters mit Begeisterung und der für sie charakteristischen Meisterschaft annahmen.

Mitarbeit am Text des Theaterstücks: Jan Borna.
Regie: Jan Borna
Bühnenbild: Jaroslav Milfajt
Kostüme: Petra Goldflamová Štětinová
Musik: Milan Potoček
Regieassistenz und -mitarbeit: Jan Vondráček
Lenka Veliká – Helena Součková, Gymnasiastin
Ivana Lokajová – Jůlie Molová, Gymnasiastin
Jan Vondráček – Pavel Havlíček, Gymnasiast
Pavel Tesař – Jan Kaplan, Gymnasiast
Martin Matejka – Richard Schlesinger, Gymnasiast
Martin Veliký – Antoša, Gymnasiast
Magdalena Zimová – Páťa Jíchová, Gymnasiastin
Michaela Doležalová – Jiřina Krsická, Gymnasiastin, Frau Molová
Iva Klestilová – Kateřina Součková-Brďochová, Mutter von Helena Součková
Vojtěch Vondráček – Pepíček, Bruder von Helena Součková
Arnošt Goldflam – Karel Freistein, Vater von Helena Součková
Marie Turková – Helena Freisteinová, Krulerová u. a.,
Tomáš Rejholec – Herr Mol
Jiří Wohanka – der australische Herr Mol, Fořt u. a.
Miroslav Hanuš – Bauch, Direktor des Gymnasiums, Mann im Café u. a.
Naďa Vicenová – Jeníčková, Klassenlehrerin, Frau auf der Brücke u. a.
Klára Sedláčková-Oltová – Klepáčová, Geografielehrerin, Gábina, Unauffällige u. a..
Ilona Svobodová – Frau Doktor Tökelyová, Zmalovaná u. a..
Čeněk Koliáš – Exhibitionist, Kellner u. a.
Halina Ničová – Krankenschwester
Pavel Tesař – Gustáv Husák
Helena Dvořáková – Klepáčová, Geografielehrerin, Gábina, Unauffällige u. a.
Musiker: Kateřina Jirčíková, Pavel Lipták, Milan Potoček, Tomáš Rejholec

Darda / Schlag
Im Prager Theater Divadle na Jezerce hatte am 12. 12. 2012 das Stück Schlag seine Premiere – die Adaptierung des letzten Teils der Romantrilogie über Helena Součková. Inszeniert wurde die Tragikomödoe von Arnošt Goldflam, in der Hauptrolle trat abermals Bára Hrzánová auf. Weiter spielten Lenka Vlasáková, Miluše Šplechtová, Petr Vacek, Jan Hrušínský und andere.
Die Zeit hat am eisernen Vorhang den eisernen Vorhang heruntergerissen, und so ist aus der Schülerin und in der Realität des Husák-Regimes aufgewachsenen Gymnasiastin eine verheiratete Frau und Mutter von zwei Kindern geworden. Obwohl sich die Kulissen der Zeit gewandelt haben, sieht es merkwürdigerweise nicht danach aus, dass die Welt eine bessere geworden ist. An die Stelle der Krise der Normalisierung ist nun die Midlife-Crisis getreten. Und wenn schon Krise, dann eine richtige: so folgt ein Schicksalsschlag nach dem anderen.

Regie: Arnošt Goldflam
Bühnenbild und Kostüme: Petra Goldflamová Štětinová
Musik: Milan Potoček
Produktion: Jan Hrušínský
Choreographische Beratung: Klára Maříková
Zeichnung auf den Plakaten: Lucie Lomová
Regieassistenz: Veronika Zemánková
Sounddesign: Ladislav Greiner
Barbora Hrzánová – Helena Součková
Lenka Vlasáková – Jůlie Molová
Petr Vacek – Jindřich Darda
Miluše Šplechtová – Ljubica Kozel
Jan Hrušínský – Karel Freistein
Rostislav Novák – Pepa Nus
Martin Sitta – Tonda
Michal Kem – Kuk

FILM UND FERNSEHEN

Micimutr / Miezemutter
Ein Märchen über eine Prinzessin, einen Drachen und Wunder, die geschehen, wenn man den ersten Schritt tut. Seine Premiere im Tschechischen Fernsehen hatte es am Heiligen Abend 2011 und wurde von 2,26 Millionen Leuten gesehen, was die Hälfte derjenigen ausmacht, die zu dieser Zeit vor den Bildschirmen saßen.
Darsteller: Marika Šoposká, Ondřej Novák, Vojtěch Dyk, Libuše Šafránková, Martin Dejdar, Jaroslava Kretschmerová, Jiří Bartoška und andere. Regie: Vít Karas. Idee und Drehbuch: Irena Dousková, Dramaturgie: Barbara Johnsonová. Musik: Ondřej Brousek, Kostüme: Jarmila Konečná, Szenenbild: Martin Kurel, Pruduktionsleitung (Tschechisches Fernsehen): Ivana Neumannová. Kamera: Pavel Berkovič. Dramaturgische Leitung: Kateřina Krejčí. Chefproduzenten: Magdalena Sedláková, Viktor Průša.

O pokladech / Über Schätze
Ein Märchen über Schätze, die verborgen sind, und Menschen, die sie suchen und dabei vergessen, dass der größte Schatz in ihrem Herzen verborgen liegt. Seine Premiere im Tschechischen Fernsehen hatte es am 30. Dezember 2012. Drei Wächter eines unterirdischen Schatzes spielen mit drei menschlichen Schicksalen: mit dem eifersüchtigen Jakub, der gutherzigen Barborka und dem habgierigen Bořivoj. Diese drei brechen auf um einen Schatz zu suchen, dabei wird es nicht nur um diesen gehen, sondern vor allem um Liebe und sogar ums Leben. Und auch wenn ihnen die seltsamen Wächter den Weg erheblich erschweren, geht am Ende alles gut aus – wie in jedem Märchen.
Darsteller: Jana Pidrmanová, David Švehlík, Adam Kraus, Vojtěch Dyk, Markéta Frösslová, Josef Polášek, Pavel Liška, Jan Budař, Petr Varga, Tomáš Töpfer, Karel Heřmánek, Jan Vondráček, Jiří Ployhar ml., Otmar Brancuzský, Jiří Novotný, Karel Heřmánek ml. und andere. Regie: Vít Karas. Idee und Drehbuch: Irena Dousková. Dramaturgie: Barbara Johnsonová. Musik: Ondřej Brousek, Karel Holas. Kostüme: Jarmila Konečná. Szenenbild: Martin Kurel. Produktion: Ivana Ivana Jaroschy. *Kamera: Pavel Berkovič, David Cysař.